„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Unsere Arbeit basiert auf fundiertem sonderpädagogischem Fachwissen, spezifischen Qualifikationen in der Sehbehinderten- und Blindenpädagogik, der pädagogischen Sehfrühförderung und im Bereich Low Vision sowie auf der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit aktuellen fachlichen Erkenntnissen, Methoden und Konzepten der Frühförderung.
Eine Sehbehinderung, Blindheit oder Sehmehrfachbehinderung kann sich auf die Entwicklung eines Kindes sehr unterschiedlich auswirken. Welche Auswirkungen sich im Alltag zeigen, hängt unter anderem von den individuellen visuellen und weiteren Wahrnehmungsmöglichkeiten, der jeweiligen Situation, den Anforderungen einer Tätigkeit und den vorhandenen Rahmenbedingungen ab.
Kinder mit Sehbehinderung, Blindheit oder Sehmehrfachbehinderung sind für uns in erster Linie Kinder.
Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. In den ersten Lebensjahren erschließt sich ein Kind die Welt durch Bewegung, Wahrnehmung, Beziehung, Kommunikation, Spiel und die aktive Auseinandersetzung mit seiner Umwelt.
Kinder mit Sehbehinderung oder Blindheit verfügen dabei über andere Wahrnehmungs- und Lernvoraussetzungen. Deshalb braucht es individuell gestaltete Erfahrungsräume, die an die jeweiligen Fähigkeiten, Bedürfnisse und Möglichkeiten des Kindes angepasst sind.
Sehförderung
Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht die Gestaltung von Spiel-, Alltags- und Lernsituationen, die dem Kind ermöglichen, selbst aktiv zu werden und Erfahrungen zu sammeln.
Bei Kindern mit nutzbarem Sehvermögen schaffen wir gezielt Situationen, in denen sie vielfältige visuelle Erfahrungen machen und lernen können, ihr Sehen für Orientierung, Kommunikation, Spiel und eigenes Handeln einzusetzen.
Sehen betrachten wir dabei nicht isoliert. Wahrnehmung entsteht im Zusammenspiel unterschiedlicher Sinnes- und Körpererfahrungen. Hören, Tasten, Spüren, Riechen, Schmecken und Bewegung können dazu beitragen, Informationen über die Umwelt zu ergänzen, miteinander zu verknüpfen und Zusammenhänge begreifbar zu machen.
Bei blinden Kindern stehen insbesondere taktile, auditive, körperbezogene und bewegungsbezogene Erfahrungen im Mittelpunkt. Ziel ist es, dem Kind vielfältige Zugänge zu seiner Umwelt zu ermöglichen und es darin zu unterstützen, Orientierung, Handlungskompetenz, Selbstständigkeit und Teilhabe zu entwickeln.
Dabei orientieren wir uns immer am einzelnen Kind – an seinen Fähigkeiten, seinen Bedürfnissen, seinem Entwicklungstempo und seinen individuellen Wegen, die Welt wahrzunehmen und zu entdecken.